Von der Idee bis zum Start



ÖkoHaus Ökologisches Bauen setzt ökologisches Denken voraus, und das wiederum ist ein Bewußtwerdungs-Prozeß, der sich aus Erfahrungen und Erkenntnissen langsam entwickelt. Als Kind lebte ich auf dem Lande. Später war ich Landhelfer im Landjahr, und nachdem ich eine Landwirtschaftslehre abgeschlossen hatte, arbeitete ich als Volontärverwalter auf kleineren und größeren Höfen in der Rheinpfalz. Dann wollte ich Pferdezuchtwart oder Reitlehrer werden. Mit dem stärker werdenden Traktorenaufkommen wurden die Pferde jedoch reihum als Zugtiere abgeschafft, so daß ich mich Anfang der 50er Jahre schließlich für die Milchwirtschaft entschied, eine Milchkontrolleur-Ausbildung absolvierte, mich mehrere Jahre als (bereits motorisierter) Wandermelklehrer in der Eifel betätigte und schließlich Agrarwissenschaft studierte, weil ich mir damit mehr Chancen ausrechnete. Weiterhin begann ich, meine Agrarfacherfahrungen aus der vielfältigen Praxis heraus gelegentlich auch fachjournalistisch zu verbreiten.



ÖkoHaus_KräuterspiraleÖkologische Aspekte waren damals noch kein Thema. Sie wurden weder in der Lehre, noch im Studium und auch nicht in der Agrarpraxis beachtet. Das galt auch für den biologischen Anbau. Ich wußte damals noch nicht, daß es gerade in Deutschland durchaus einzelne Höfe gab, die seit den 20er Jahren nach den Grundsätzen Rudolf Steiners >Biologisch-dynamisch< sozusagen anthroposophisch bewirtschaftet wurden und bei denen die Gesunderhaltung von Boden, Tieren und Menschen durchaus ein tragendes Element bildete. Offenbar wurde und wird den meisten Menschen das zur echten Lebensbewältigung Wesentliche nicht an der Wiege gesungen; und jene, die es hören könnten, hören zunächst einmal weg. Mit anderen Worten: Das was uns geschenkt oder gar nachgeworfen wird, schätzen wir meist wenig. Um das, worum wir uns bemühen bzw. für das wir uns sogar besonders anstrengen müssen, wird uns nach und nach erst wertvoll. So ist der Mensch...
Zur Ökologie kam ich erst spät und sehr langsam. Ich konnte nicht glauben, daß es da wirklich noch etwas Sinnvolles, ja vielleicht sogar Wichtigeres geben könnte, als das, was meine Lehrherren mir beigebracht hatten und als ich im Studium zu hören bekam. Zudem stand die Umweltproblematik damals, in den 50er und 60er Jahren, noch keineswegs auf der Tagesordnung.



bild_oeko_haus_01.jpg 275x366 Nach ausgiebigem Literaturstudium und vielen Gesprächen mit Menschen, die über Ökologie mehr wußten und ihre Lebensweise teilweise auch schon nach ökologischen Kriterien ausgerichtet hatten, reifte in mir Anfang der 80er Jahre mehr und mehr der Entschluß, meine Agrarmanager-Tätigkeit zu beenden und konsequenter ökologisch zu leben und eigenhändig ein preiswertes und gesundes Haus zu bauen, von dem ich damals noch nicht ahnte, dass sich weit über 300 Menschen für diese Natur - und Lehmbauweise als Mitgestalter nach und nach einfinden würden.
Vorausgegangen waren auch Erfahrungen mit der Vollwerternährung (bundesweit führten wir 17 Wochenendkurse durch) und die intensive Beschäftigung mit den Ein- und Auswirkungen der Körperhülle als der zweien Haut auf den Menschen.

Literaturhinweise siehe unter "Öko Haus - heute"